KI im Coaching: Chancen, Risiken & wie du sie sinnvoll nutzt

Der Algorithmus als Coach?

Die Vorstellung, eine App könnte unsere tiefsten Blockaden lösen, ist verlockend. Künstliche Intelligenz (KI) verspricht, Coaching zu demokratisieren, es zugänglicher und erschwinglicher zu machen. Und tatsächlich: KI-Tools können beeindruckend gut Muster in unserem Verhalten erkennen, personalisierte Lernpfade vorschlagen und sogar einfache Coaching-Gespräche simulieren. Doch als jemand, der seit Jahrzehnten an der Schnittstelle von Wissenschaft und menschlicher Psyche arbeitet, sage ich klar: KI ist ein Werkzeug, kein Coach. Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir KI nutzen, sondern wie.

Chancen und Risiken der KI im Coaching

Die Forschung zum Einsatz von KI im Coaching-Kontext steckt noch in den Kinderschuhen, doch erste Studien und Expertenanalysen zeichnen ein differenziertes Bild [1] [2].

Die Chancen – KI als intelligenter Assistent:

• Mustererkennung: KI kann Journale, Sprachnachrichten oder biometrische Daten (z.B. aus einer Smartwatch) analysieren und auf unbewusste Verhaltensmuster oder Stresslevel hinweisen, die einem menschlichen Coach vielleicht entgehen würden.

• Personalisierung: Basierend auf diesen Daten kann eine KI maßgeschneiderte Übungen, Artikel oder Meditationen vorschlagen und so den Coaching-Prozess zwischen den Sitzungen unterstützen.

• Skalierbarkeit: Einfache Coaching-Anliegen oder Wissensvermittlung können durch KI-Tools für eine breite Masse zugänglich gemacht werden.

• Objektivität: Eine KI hat keine Vorurteile. Sie kann Feedback geben, das rein auf Daten basiert, was in manchen Kontexten hilfreich sein kann.

Die Risiken – Wo die Maschine an ihre Grenzen stößt:

• Fehlende Empathie und Intuition: Eine KI kann Empathie simulieren, aber nicht fühlen. Sie kann nicht die feinen nonverbalen Signale in der Stimme oder Körpersprache eines Klienten deuten, die oft die wichtigsten Informationen enthalten.

• Datenschutz und Ethik: Wer hat Zugriff auf die hochsensiblen Daten, die wir einer Coaching-App anvertrauen? Die ethischen Rahmenbedingungen sind noch weitgehend ungeklärt.

• Gefahr der Oberflächlichkeit: KI-Systeme neigen dazu, auf der Ebene von Verhalten und Kognition zu bleiben. Sie können Schwierigkeiten haben, die tiefen emotionalen Ursachen einer Blockade zu erfassen, die oft in der Biografie eines Menschen liegen.

• Die menschliche Verbindung: Zahlreiche Studien belegen, dass die Beziehung zwischen Coach und Klient der wichtigste Wirkfaktor im Coaching ist. Diese vertrauensvolle, menschliche Verbindung kann (bisher) keine Maschine ersetzen.

Ein hybrides Modell für die Zukunft

Die Zukunft des High-Performance-Coachings liegt nicht in einem “Mensch gegen Maschine”-Szenario, sondern in einer intelligenten Symbiose. In meiner Arbeit nutze ich Technologie bereits als Unterstützung, aber niemals als Ersatz.

So kann ein sinnvoller hybrider Ansatz aussehen:

1. Datenerfassung (KI): Der Klient nutzt eine App, um täglich kurz sein Stresslevel, seine Erfolge oder seine Gedanken zu journalisieren. Die KI analysiert diese Daten und bereitet sie für die Sitzung auf.

2. Tiefenarbeit (Mensch & Hypnose): In der 1:1-Sitzung nutzen wir diese Erkenntnisse als Ausgangspunkt. Mit meiner menschlichen Intuition und Methoden wie der energetischen Hypnose gehen wir an die emotionalen Wurzeln der erkannten Muster. Wir arbeiten mit dem, was zwischen den Datenpunkten liegt.

3. Integration (KI & Mensch): Zwischen den Sitzungen erhält der Klient von der KI personalisierte Erinnerungen, Übungen oder Micro-Learnings, die auf den Ergebnissen der Sitzung basieren. Der menschliche Coach bleibt per Nachricht für Rückfragen erreichbar.

Fragen, die Sie sich bei der Wahl eines KI-gestützten Angebots stellen sollten:

• Werden meine Daten vertraulich behandelt?

• Gibt es einen menschlichen Ansprechpartner für komplexe emotionale Themen?

• Dient die KI der Unterstützung oder dem Ersatz des menschlichen Kontakts?

Fazit und Ihr nächster Schritt

Künstliche Intelligenz ist ein faszinierendes und mächtiges Werkzeug, das das Coaching bereichern kann. Sie kann uns helfen, unsere Muster besser zu verstehen und unsere Entwicklung zu strukturieren. Aber echte Transformation, die Heilung alter Wunden und die Entfaltung unseres wahren Potenzials geschieht im Raum zwischen zwei Menschen. Es ist die Qualität der menschlichen Verbindung, die den Unterschied macht.

Seien Sie also neugierig auf die neuen technologischen Möglichkeiten, aber bleiben Sie kritisch. Suchen Sie nach Ansätzen, die Technologie intelligent nutzen, um die menschliche Arbeit zu vertiefen, nicht um sie zu ersetzen. Auf katharina-kowalski.com erfahren Sie mehr über meinen hybriden Ansatz, der das Beste aus beiden Welten vereint. Schreiben Sie mir gerne, wenn Sie Fragen zu diesem spannenden Thema haben.

Referenzen: [1]: # “Terblanche, N. (2020). The role of artificial intelligence in coaching. In The Routledge Companion to Coaching.” [2]: # “Følstad, A., & Brandtzæg, P. B. (2017). Chatbots and the new world of HCI. Interactions, 24(4), 38-42.”